Wann kommt eine Krankschreibung bei Magen-Darm-Beschwerden infrage?
Kurz beantwortet
Ob Magen-Darm-Beschwerden eine Arbeitsunfähigkeit begründen, beurteilt die Ärztin oder der Arzt anhand Ihrer persönlichen Situation. Bei unserem Angebot ist eine Bescheinigung nur möglich, wenn sich die Beschwerden ausreichend per Video beurteilen lassen. Kreislaufprobleme bei Durchfall erfordern laut gesund.bund.de schnelle ärztliche Hilfe und sollten nicht auf einen Videotermin warten.

Welche Angaben helfen bei der ärztlichen Einschätzung?
Das Gesundheitsportal des Bundes beschreibt Durchfall als häufigen, sehr weichen oder flüssigen Stuhlgang. Für Ihre Schilderung ist zunächst wichtig, wann die Beschwerden begannen und wie sie sich verändert haben. Notieren Sie möglichst konkret, wie häufig Sie zur Toilette mussten und ob zusätzlich Erbrechen aufgetreten ist. Ergänzen Sie, ob Sie trinken konnten und welche Veränderungen Ihnen im Verlauf selbst aufgefallen sind.
Nennen Sie gemessene Temperaturwerte mit Zeitpunkt und beschreiben Sie Bauchschmerzen anhand von Ort und Verlauf. Wenn Ihnen eine genaue Angabe nicht möglich ist, kennzeichnen Sie die Aussage ausdrücklich als Schätzung. Erzählen Sie auch von früheren ähnlichen Beschwerden und von Untersuchungen, die bereits stattgefunden haben. Diese Vorbereitung soll das Gespräch erleichtern und erlaubt keine sichere Selbstdiagnose anhand einer einzelnen Beobachtung.
Legen Sie Ihre Notizen neben das Gerät, damit Sie wichtige Punkte während des Gesprächs nicht vergessen. Formulieren Sie Ihr wichtigstes Anliegen zuerst und gehen Sie anschließend auf den bisherigen Verlauf ein. Wenn Sie sich zu schwach für ein geordnetes Gespräch fühlen, sprechen Sie dies unmittelbar an. Orientieren Sie sich bei dringenden Beschwerden an den unten genannten Wegen zur unmittelbaren ärztlichen Versorgung.
Was bedeutet das für Ihren konkreten Arbeitstag?
Die ärztliche Einschätzung sollte sich auf Ihre tatsächlichen Aufgaben und die aktuell bestehenden Einschränkungen beziehen. Für Vertragsärzte beschreibt dies § 2 Absatz 1 der Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie anhand der zuletzt ausgeübten Tätigkeit. Nennen Sie beispielsweise geplante Außentermine, Fahrten oder Arbeitsphasen, in denen Sie Ihren Platz kaum verlassen können. Beschreiben Sie dazu die Beschwerden, die genau diese Aufgaben erschweren oder regelmäßig unterbrechen.
Unterscheiden Sie zwischen Ihrer allgemeinen Berufsbezeichnung und den Tätigkeiten, die an diesem Tag tatsächlich anstehen. Sprechen Sie Besonderheiten Ihres Arbeitsplatzes an, die aus der Berufsbezeichnung allein noch nicht erkennbar werden. Wenn mehrere Aufgaben betroffen sind, beginnen Sie mit der für Sie größten Einschränkung im Alltag. Die behandelnde Person kann anschließend gezielt nachfragen, statt sich auf allgemeine Vermutungen über Ihren Beruf zu verlassen.
Die erwähnte Richtlinie gilt seit 21. Februar 2024 in der am 7. Dezember 2023 geänderten Fassung. Ihre ursprüngliche Fassung stammt vom 14. November 2013 und betrifft die vertragsärztliche Versorgung. Unser Angebot bleibt davon als privatärztliche Leistung mit eigenen Grenzen und eigener Abrechnung zu unterscheiden. Es enthält keine Zusage, dass eine bestimmte Beschwerde automatisch eine Bescheinigung über drei Tage auslöst.
Wie organisieren Sie den weiteren Arztkontakt?
Nach unserem Leistungsumfang sind höchstens drei Kalendertage einschließlich rückwirkender Tage und keine Verlängerung möglich. Besprechen Sie deshalb frühzeitig, wie Sie bei fortbestehenden Beschwerden die weitere Untersuchung vor Ort organisieren. Fragen Sie konkret, welche Angaben Sie zu einem Folgetermin mitbringen und welche Veränderungen Sie beobachten sollen. Bewahren Sie eine vorhandene Bescheinigung so auf, dass Sie deren Zeitraum beim nächsten Gespräch nennen können.
Bei Durchfall nennt gesund.bund.de unter anderem fehlende Besserung nach 48 Stunden als Anlass für einen Arztbesuch. Hohes Fieber, Blut im Stuhl oder starke Schmerzen gehören ebenfalls zu den dort genannten Gründen. Warten Sie bei solchen Veränderungen nicht allein deshalb ab, weil eine Bescheinigung noch einen weiteren Tag umfasst. Der bescheinigte Zeitraum ersetzt keine erneute ärztliche Einschätzung bei einem veränderten oder zunehmend belastenden Verlauf.
Für organisatorische Fragen hilft eine getrennte Liste neben Ihren Notizen über die aktuellen Beschwerden. Halten Sie dort fest, wem Sie den Ausfall gemeldet haben und wohin der Nachweis gehen soll. So können Sie medizinische Fragen im Arztgespräch klären und Verwaltungsfragen anschließend gezielt mit dem Arbeitgeber besprechen. Vermeiden Sie dabei die versehentliche Weiterleitung Ihrer persönlichen Beschwerdeliste zusammen mit der eigentlichen Arbeitgeberbescheinigung.
Wann Sie nicht auf die Videosprechstunde warten sollten
Schwindel oder Kreislaufprobleme bei Flüssigkeitsverlust erfordern nach gesund.bund.de schnelle ärztliche Hilfe und eine erneute Einschätzung. Bei Bewusstlosigkeit oder erheblicher Bewusstseinstrübung wählen Sie entsprechend der Hinweise von 116117 unmittelbar die 112. Bei dringendem, nicht lebensbedrohlichem Brechdurchfall außerhalb regulärer Sprechzeiten hilft der Bereitschaftsdienst unter 116117 weiter.
Was teilen Sie Ihrem Arbeitgeber mit?
Melden Sie Ihre Arbeitsunfähigkeit und deren voraussichtliche Dauer unverzüglich, sobald Sie Ihre Situation einschätzen können. Diese gesetzliche Pflicht zur Mitteilung folgt aus § 5 Absatz 1 EFZG. Warten Sie mit der Nachricht daher möglichst nicht bis zum Abschluss einer Videosprechstunde. Fragen Sie bei Unsicherheit nach dem vorgesehenen Meldeweg und der zuständigen Ansprechperson im Betrieb.
Trennen Sie dabei Ihre Krankmeldung von dem ärztlichen Nachweis über den bescheinigten Zeitraum. Bei diesem Angebot erhalten Sie nach ärztlicher Feststellung eine PDF für Ihren Arbeitgeber. Sie reichen diese selbst ein; eine elektronische Übermittlung an die Krankenkasse findet hier nicht statt. Diese Angebotsgrenze erläutern unsere Vertragsbedingungen zusammen mit dem Ablauf der privatärztlichen Behandlung.
Prüfen Sie vor dem Versand den Empfänger sowie Namen und Zeitraum auf der Bescheinigung. Bewahren Sie Ihre eigene Kopie und die Bestätigung der Übermittlung an einem geschützten Ort auf. Bei einer Rückfrage können Sie dann die tatsächlich eingereichten Unterlagen leichter wiederfinden und zuordnen.
Welche Grenzen und Kosten hat dieses Angebot?
Unser privatärztliches Angebot richtet sich an Erwachsene ab 18 Jahren mit ausreichend per Video beurteilbaren Beschwerden. Ein persönlicher Kontakt darf nach allgemein anerkannten fachlichen Standards für Ihre Behandlung nicht erforderlich sein. Die Bescheinigung beginnt in der Regel am Tag Ihrer Videosprechstunde nach der ärztlichen Beurteilung. Nach gewissenhafter ärztlicher Prüfung kann der Beginn ausnahmsweise um bis zu drei Tage zurückdatiert werden. Die ärztliche Beurteilung muss auch Ihre Arbeitsunfähigkeit während des früheren Zeitraums nachvollziehbar feststellen können. Ein Anspruch auf Rückdatierung besteht nicht; die Entscheidung trifft die Ärztin oder der Arzt. Die Bescheinigung umfasst weiterhin höchstens drei Kalendertage, einschließlich der gegebenenfalls rückwirkend bescheinigten Tage. Verlängerungen einer bereits ausgestellten Bescheinigung bietet unser Angebot auch nach erneuter Videosprechstunde nicht an. Melden Sie sich deshalb möglichst am ersten Krankheitstag und schildern Sie Ihre Beschwerden wahrheitsgemäß. Weitere Angaben zum Leistungsumfang finden Sie in unseren Bedingungen für die privatärztliche Videosprechstunde.
Vor dem Gespräch werden laut Kostenübersicht 10,72 € als Grundhonorar für die Sprechstunde vorgemerkt. Bei medizinisch erforderlicher, tatsächlich erbrachter visueller Untersuchung beträgt das Honorar 21,44 € zuzüglich anwendbarer Zuschläge. Das Honorar fällt auch dann an, wenn die ärztliche Beurteilung zu keiner Bescheinigung führt. Lesen Sie deshalb vor Ihrer Buchung die vollständigen Preisangaben einschließlich der möglichen Zuschläge aufmerksam durch.
Gesetzlich Versicherte zahlen diese Leistung selbst; für private Erstattung sind die jeweiligen Tarifbedingungen maßgeblich. Die Vertragsbedingungen enthalten dazu keine Zusicherung einer Erstattung oder einer Anerkennung durch den Arbeitgeber. Halten Sie für das Gespräch Ihren Ausweis sowie ein Gerät mit Kamera und Mikrofon bereit. Prüfen Sie Ihre Internetverbindung und wählen Sie einen Ort, an dem Sie ungestört sprechen können.
Wo finden Sie ergänzende Antworten?
Passende Informationen finden Sie auch in diesen Ratgebern zu den nächsten Schritten Ihrer Krankmeldung:
- Wie läuft eine Krankschreibung online ab?
- Welche Pflichten gelten bei der Krankmeldung beim Arbeitgeber?
- Wie erhalten Sie am Wochenende oder Feiertag eine Krankschreibung?
- Was kostet eine privatärztliche Krankschreibung per Video?
Welche Fragen bleiben häufig offen?
Muss ich bei anhaltendem Durchfall bis zum dritten Tag warten?
Die Grenze unseres Angebots beschreibt nur die maximale Bescheinigungsdauer und keinen medizinisch empfohlenen Wartezeitraum. Bei fehlender Besserung nach 48 Stunden empfiehlt gesund.bund.de einen Arztbesuch; Warnzeichen verlangen frühere Hilfe.
Erhalte ich nach jeder Videosprechstunde eine Bescheinigung?
Die Ärztin oder der Arzt entscheidet nach dem Gespräch über eine medizinisch begründete Arbeitsunfähigkeit. Eine Zusage vor der Untersuchung gibt es bei unserem privatärztlichen Angebot deshalb ausdrücklich nicht.
Wie gelangt die Bescheinigung zu meinem Arbeitgeber?
Sie erhalten die PDF in Ihrem Patientenkonto und legen sie anschließend selbst beim Arbeitgeber vor. Eine eAU und eine Übermittlung an Ihre Krankenkasse sind laut unseren Bedingungen ausgeschlossen.
Was mache ich bei länger anhaltenden Beschwerden?
Wenden Sie sich für die weitere Beurteilung an eine Praxis vor Ort und schildern Sie den Verlauf. Unser Angebot umfasst höchstens drei Kalendertage und bietet keine Verlängerung einer bereits ausgestellten Bescheinigung.
Welche Quellen liegen diesem Artikel zugrunde?
- Entgeltfortzahlungsgesetz, § 5 Absätze 1 und 1a
- G-BA: Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie, Fassung 14.11.2013, Änderung 07.12.2023, in Kraft seit 21.02.2024
- 116117: Bereitschaftsdienst und Abgrenzung zum Notruf
- Bundesgesundheitsministerium, gesund.bund.de: Durchfallerkrankungen
- Angebot: Ablauf, Honorar und Grenzen
- Vertragsbedingungen des Angebots
Redaktion Krankschreibung per Video, Drylabs GmbH
Stand: 26. Oktober 2026